Venezuelas Geschichte

Indigene Völker in Venezuela im 15. /16. Jahrhundert

Historisches VenezuelaWährend der vorkolumbianischen Zeit ist das heutige Venezuela von Ethnien bevölkert worden, welche ursprünglich aus dem asiatischen Raum stammten. Die Arawaks und Kariben waren vermutlich die ersten Bewohner in der Historie dieses Landes auf dem südamerikanischen Kontinent. In den Urwäldern des Orinocos lebten ferner Nomadenvölker. Auch in den Talsenken der Anden sowie in den weiten Landschaften des Llanos gab es Nomaden. Der Großteil von ihnen ging auf die Jagd, sammelte Früchte und Beeren oder baute Pflanzen an. Historiker konnten nachweisen, dass bereits Yucca und Mais in den Tälern angepflanzt worden sind. In den Anden sind sogar Kartoffeln geerntet worden. Venezuela war um diese Zeit sehr dünn besiedelt, sodass die einzelnen Ethnien nur begrenzt miteinander Kontakt hatten und größere kriegerische Auseinandersetzungen nicht auftraten. Der Frieden änderte sich allerdings mit der Ankunft von Christoph Kolumbus im Jahr 1498. In den folgenden Jahrzehnten hatten die Urvölker immer wieder erste Kontakte mit den Europäern. Es kam zwischen 1529 und 1538 zu ersten Versklavungen und Verkäufen von mindestens 1000 Indianern, obgleich dies eigentlich von dem spanischen König verboten worden war. Die wirtschaftlichen Interessen der Europäer in das Land führten immer wieder zu Konflikten mit den indigenen Völkern, welche sich der neuen Macht jedoch meist beugen mussten.

Kolonisation durch die Spanier im 16. Jahrhundert

Historische Gebäude VenezuelasDie eigentliche Kolonialisierung durch die Spanier in Venezuela setzte im 16. Jahrhundert ein. Die Spanier gründeten an der Küste von Venezuela einige Städte, zu denen im Jahr 1520 Coro und im Jahr 1567 Caracas gehörte. Bis in das Jahr 1546 hinein stand ganz Venezuela unter der Verwaltung des Augsburger Handelshauses Welser, welches aufgrund eines Vertrages mit Kaiser Karl V. das Territorium kolonialisierte. Nachdem jedoch die beiden Statthalter der Welser Bartholomäus Welser und Philipp von Hutten durch spanische Befehlshaber ermordet worden waren und Karl V. abdankte, endete die Welser-Hoheit über Venezuela. Jetzt war das Land an die Audiencia Santo Domingo übergegangen, welche ein Teil des Vizekönigreiches Neuspaniens gewesen ist. Zur gleichen Zeit kam es auf den Inseln und auf dem Festland zu immer mehr Erkundungstouren seitens der Spanier. Strategisch sinnvoll gelegene Gebiete wurden eingenommen und die Eroberer brachten ihre Familien mit. Teilweise fanden auch erste Vermischungen unter den Spaniern und den indigenen Völkern oder eingeführten Sklaven aus Westafrika statt. Ende des 16. Jahrhunderts kam es schließlich zu Kämpfen mit der konkurrierenden Macht England, die ebenfalls an Kolonien im heutigen Venezuela interessiert gewesen ist. Die Spanier konnten sich jedoch durchsetzen. Auch die Niederländer hatten eine Landeinnahme ins Auge gefasst und bereisten verstärkt die Region am Orinoco.

Koloniale Zeit 18. / 19. Jahrhundert

Kolonialzeit in VenezuelaIm Jahr 1717 wurde das Territorium des heutigen Venezuelas zu einem Teil des neuen Vizekönigreiches Neugranada. 1783 ist das Generalkapitanat erlassen worden, welches nahezu die heutigen Landesgrenzen Venezuela umfasste. Von der spanischen Krone hingegen ist das nördlichste Land auf dem südamerikanischen Kontinent ein wenig vernachlässigt worden, da es nun andere Gebiete gab, in denen es mehr Gold zu finden gab. Zwischen den Jahren 1739 und 1743 fand zwischen den Spaniern und Briten ein Kolonialkrieg statt, welcher in die Geschichtsbücher als „War of Jenkins’ Ear“ eingehen sollte. Eine Brittische Flotte griff den Hafen von La Guaria in der Nähe von Caracas an, aber konnte von den Spaniern zurückgeschlagen werden. Im Land selbst wurden vermehrt Exportwaren produziert, wozu vor allem Kakao, Kaffee, Tabak und Baumwolle gehörten. Auch Lederprodukte wurden hergestellt. An Berühmtheit gewannen die Hängematten aus Margarita und die Baumwolldecken aus El Tocuyo. Ein gewisser Wohlstand stellte sich ein, der jedoch vornehmlich die ursprünglich aus Spanien stammenden Familien betraf. Zur selben Zeit wurden immer mehr Sklaven aus Westafrika nach Venezuela gebracht. Die indigene Bevölkerung hingegen wurde immer stärker zurückgedrängt. Ein kultureller Wandel hatte sich längst vollzogen. Neben den Spaniern erreichten ferner vermehrt Portugiesen Venezuela, die sich ebenfalls dort ansiedelten.

Unabhängigkeit im 19. Jahrhundert

Das 19. Jahrhundert war für Venezuela das Jahr des Umbruchs. Mit dem Gedankengut der Französischen Revolution, der Unabhängigkeit der USA und der Aufklärung wurde die Unabhängigkeit erreicht. Bei diesem einschneidenden Prozess hatte Francisco de Miranda eine große Bedeutung, welcher bereits der französischen Revolutionsarmee gedient hatte. In Venezuela und in anderen südamerikanischen Ländern kam es zu Aufständen gegen die Kolonialmächte. Am 5. Juli 1811 wurde die Unabhängigkeit von Spanien erklärt. Unter der Führung von Simon de Bolívar, der zum Nationalheld vieler südamerikanischer Staaten werden sollte, kämpften die Venezolaner zehn Jahre gegen die Fremdherrschaft Spanien. Die entscheidende Schlacht ereignete sich 1821 in Carabobo ( Batalla de Carabobo ). Sie zeigte die Loslösung vom Mutterland an. Bereits 1819 war den Kolumbianern ein Sieg über die Spanier mithilfe von Bolívar gelungen. Nach der Schlacht von Carabobo ist die Republik Großkolumbien gegründet worden, zu der auch Panama und Ecuador gehörten. Im Jahr 1830 verstarb jedoch der große Freiheitskämpfer Bolívar und damit zerfiel die Föderation. Venezuela war nun gänzlich unabhängig, was zu Bürgerkriegen und Konflikten führte. 1864 ist mit der Implementierung der ersten Verfassung der Vereinigten Staaten von Venezuela die Zentralregierung geschwächt worden. Im Jahr 1879 kam Antonio Guzmán Blanco an die Macht, welcher die allgemeine Schulpflicht sowie die Religionsfreiheit verkündete.

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