LLanos

Im Norden Venezuelas befinden sich die weitläufigen Weidelandschaften Venezuelas, die auch als Llanos bekannt sind. Die traumhafte Region, die vom Orinoco durchflossen wird, ist die Heimat venezolanischer Cowboys und eines der begehrtesten Reiseziele Südamerikas, das nahezu jeden Besucher buchstäblich verzaubert.

Wissenswertes über die Llanos

Llanos in VenezuelaDie Llanos nehmen eine riesige Landfläche im mittleren Norden Venezuelas ein, die zwischen 100 und 400 Kilometer breit und etwa 1.400 Kilometer lang ist. Zahlreiche Bundesstaaten, darunter Apure, Portuguesa, Barinas, Cojedes, Monagas, Anzoátegui sowie Guárico, werden von den weitläufigen Weiden, den Seen und Flüssen der Llanos bestimmt. Hügel und Berglandschaften sucht man in den Llanos jedoch vergeblich. Dem Reiz dieser atemberaubenden Steppenlandschaft war auch der einstige Naturforscher Alexander von Humboldt verfallen, als er die Llanos im Jahre 1800 besuchte und hautnah erlebte. Nach der Regenzeit, wenn die Llanos in einem satten, fruchtbaren Grün in Erscheinung treten, geht die Landschaft in eine trockene Vegetation über, die den braunen Lehmboden bedeckt. Viehzucht bestimmt den Alltag der Llaneros, die auch als venezolanische Cowboys bekannt sind. Zahlreiche Rinderherden beherrschen diese außergewöhnliche Region, wo Besucher noch echte Westernromantik schnuppern können. Die Gastfreundschaft und die spektakulären Reitkünste der Einwohner sind in ganz Venezuela bekannt und erfreuen sich bei Besuchern aus aller Welt großer Beliebtheit.

Klima in den Llanos

Los Llanos in VenezuelaDie Llanos sind nahezu das ganze Jahr über reizvoll, da die Region, die den mittleren Nordwesten und Nordosten Venezuelas bestimmt, Jahresdurchschnittstemperaturen von 32 Grad Celsius aufweist. In der Nacht sinkt das Thermometer selten unter 22 Grad Celsius ab, sodass Feriengäste der Natur am offenen Lagerfeuer lauschen können. Am wärmsten ist es in der Zeit zwischen November und März, wenn die Sonne über neun Stunden täglich scheint. In der übrigen Jahreszeit ist es zwar nicht wesentlich kühler, jedoch regnet es mit bis zu 20 Tagen im Monat recht häufig. Nicht selten werden in der Zeit von Mai bis Oktober Regenmengen zwischen 110 und 320 Millimeter täglich erreicht, die Ausritte in den Llanos erheblich beeinträchtigen und stören können.

Fauna der Llanos

Llanos TiereDie Artenvielfalt Venezuelas tritt auch in den Llanos zutage. Hier können die unterschiedlichsten Tiere in freier Wildbahn beobachtet werden, was sonst nur selten möglich ist. Abseits herkömmlicher Touristenpfade tauchen Besucher in die unberührte Landschaft dieser sensationellen Landschaft ein und bekommen Kaimane und Wasserschweine zu Gesicht, die bevorzugt an Flussufern leben. Auf Boots- und Wandertouren können selbst Wasserschildkröten gesichtet und Piranhas geangelt werden. In den Gewässern tummeln sich zahlreiche Süßwasserdelfine, die sich den Booten bis auf wenige Meter nähern. Wer Glück hat, sieht die Anakonda, eine der größten Schlangen der Welt, aus der Nähe. Abseits der Wasserstraßen und Seen leben Affen, Hirsche, Eidechsen und Gürteltiere, die in den Wäldern der Llanos Schutz und Nahrung gefunden haben. Auch Jaguare sind in dieser weitläufigen venezolanischen Region zu Hause und bieten Teilnehmern von Abenteuertouren unvergessliche Aufnahmen. Selbst Hobbyornithologen kommen in den Llanos auf ihre Kosten, da hier zahlreiche Vogelarten vertreten sind. Neben anderen farbenprächtigen Vogelarten sorgen vor allem die weißen und roten Ibisse für Aufsehen.

Flora der Llanos

Llanos Gebiet in VenezuelaDie Flora der Llanos kann sich wirklich sehen lassen. Sie ist zwar nicht so facettenreich wie die Pflanzenwelt des tropischen Regenwaldes, jedoch bietet sie zur trockenen Steppenlandschaft der Weidegebiete einen fantastischen Kontrast und bleibende Eindrücke. Die Vegetation ist vor allem nach der Regenzeit ein optischer Genuss, wenn die Landschaft sattgrün ist und in den unterschiedlichsten Farben leuchtet. Der Staub der Steppengebiete ist dann verschwunden und die Llanos verwandeln sich in eine fruchtbare Region, die sich aus Zedern, Ölpalmen und wunderschönen Palmen zusammensetzt. Niedere Büsche säumen die Flussufer, die bei starken Regenfällen fast vollständig unter Wasser stehen. Wer die wechselnden Landschaftsbilder der Llanos live erleben möchte, der sollte diese Region sowohl in der Regenzeit als auch in der trockenen Jahreshälfte besuchen.

Erlebnisreiche Touren in die Llanos

Landschaft in VenezuelaAusflüge sind in die Llanos ein absolutes Muss, um der außergewöhnlichen Landschaft und deren Fauna und Flora besonders nahe zu kommen. Die reizvolle Stadt Mérida, Hauptort des gleichnamigen venezolanischen Bundeslandes, ist meist Ausgangspunkt von mehrtägigen Reisen, die quer durch die Llanos führen. Meist werden Boots- und Wandertouren kombiniert, um so viel wie möglich zu Gesicht zu bekommen. Mérida ist am Fuße der Anden gelegen und von majestätischen Berggipfeln und Lagunen umgeben. Von hier aus geht es an alten Andendörfern und an einer prachtvollen Kirche vorbei, deren Bauweise aus Naturstein in die UNESCO-Weltkulturerbeliste aufgenommen wurde. Nach der Besichtigung einer Kondor-Aufzuchtstation geht es weiter nach Barinas, wo die Steppenlandschaft der Llanos am schönsten ist. Geschlafen wird in einfachen Hängematten, um die einzigartige Atmosphäre mit allen Sinnen wahrzunehmen. Tourenteilnehmer tauchen tief in die Pflanzen- und Tierwelt dieser Landschaft ein und bekommen einen umfassenden Eindruck von der Artenvielfalt geboten. Auf Bootsfahrten werden Piranhas geangelt, um das messerscharfe Gebiss dieser Tiere zu bestaunen. Abgerundet wird die Reise mit einer Raftingtour oder einer Bergwanderung in den Anden, um den erlebnisreichen Aufenthalt in den Llanos in vollen Zügen auszukosten.

• Ähnlichkeit mit dem Llanos besitzt das Orinoco Delta