Merida

Die Geschichte von Merida

Kapelle bei MeridaIm Nordwesten Venezuelas befindet sich der Bundesstaat Mérida, dessen gleichnamige Hauptstadt ein beliebtes Reiseziel für Trekkingtouristen und Liebhaber sehenswerter Baukunst ist. Die Gründung dieser wundervollen Stadt geht auf den 9. Oktober 1558 zurück, als Mérida nach einer spanischen Stadt benannt wurde. Der einstige Kapitän Juan Rodriquez Suárez war es, der als Namensgeber der venezolanischen Landeshauptstadt galt. Suárez benannte auch die umliegenden Wasserwege um und glich sie mit den Flüssen seines Heimatortes an. Kaum jemand weiß, dass Mérida 1559 an den jetzigen Standort verlegt und mehrmals umbenannt wurde. Vollständige Bezeichnung der Stadt ist Santiago de los Caballeros de Mérida, in der heute über 215.000 Menschen beheimatet sind. Viele Jahre vergingen, bis Mérida im Jahre 1622 zur Hauptstadt des Bundeslandes ernannt wurde. Seit 1778 ist der sehenswerte Ort sogar als Bischofssitz bekannt und eines der beliebtesten Reiseziele Venezuelas. In erster Linie kommen Besucher eigens hierher, um den Pico Bolívar und den Pico Humboldt zu besteigen.

Das Klima in Merida

Merida in VenezuelaMérida ist das ganze Jahr über eine Reise wert. Aktivurlauber können sich auf Durchschnittstemperaturen von etwa 25 Grad Celsius freuen, wobei es in den Monaten Juli, August und September am wärmsten ist. In der Nacht kühlt es um etwa zehn Grad ab, wobei die Tiefsttemperaturen nur selten 15 Grad Celsius unterschreiten. Wer Mérida besucht, muss sich auf eine höhere Luftfeuchtigkeit einstellen, die zwischen 70 und 85 Prozent beträgt. In höheren Andenregionen und auf den Gipfeln des Pico Bolívar und Pico Humboldt gibt es hingegen winterliche Bedingungen und vermehrte Niederschläge, die von Dezember bis April besonders hoch sind. Während es in Höhen von bis zu 2.000 Metern zwischen 12 und 24 Grad warm ist, sinken die Werte in höheren Lagen in Merida auf unter acht Grad Celsius ab.

Flora und Fauna in Merida

Merida UnterkunftDie Pflanzen- und Tierwelt in Merida fasziniert mit ihrer Artenvielfalt und bringt die Augen von Naturliebhabern garantiert zum Leuchten. Weite, dichte Dschungellandschaften und Nebelwälder bedecken die traumhafte Landschaft. In den Gebirgsregionen nimmt die Vegetation stetig ab, jedoch ist hier eine ganz besondere Blume heimisch, die im November und Dezember in gelber Farbe erstrahlt. Zahlreiche Vogelarten sind hier zu Hause, daneben können Besucher Kapuziner- und Breitnasenaffen in freier Wildbahn beobachten. Nach Anbruch der Dunkelheit kommen auch zahlreiche Fledermäuse zum Vorschein, die sich nahezu lautlos fortbewegen. Wer Glück hat, bekommt im Umland von Mérida auch Gürtel- und Faultiere zu Gesicht, die sich im Dickicht der Wälder verstecken.

Sehenswürdigkeiten in Merida

Merida StadtMérida ist gefüllt mit Sehenswürdigkeiten, die einen Aufenthalt zu einem unvergesslichen Erlebnis gestalten. Herzstück der Stadt ist die Plaza Bolívar, die von pittoresken Kolonialbauten und der wunderschönen Kathedrale gesäumt wird. Von hier aus ist die Markthalle „Mercado Principal“ leicht zu erreichen, um frische Lebensmittel oder das passende Andenken zu erstehen. Liebhaber wohlschmeckender Eisspezialitäten statten der Eisdiele „Coromoto“ einen Besuch ab, die für ihre 600 Eissorten berühmt ist. Neben herkömmlichen Variationen werden hier auch exotische Leckereien, wie zum Beispiel Bier-, Fisch- und Knoblaucheis, angeboten, die etwas gewöhnungsbedürftig sind. Neben dem Botanischen Garten, der auf einer Fläche von 44 Hektar eine riesige Bromelien-Zucht besitzt, ist die hiesige Seilbahn das absolute Highlight des Ortes. Mit ihr konnten Feriengäste den 4.765 Meter hohen Pico Espejo erklimmen und eine unbeschreibliche Aussicht genießen. Leider wird die Seilbahn derzeit vollständig renoviert, kann aber bereits teilweise genutzt werden.

Tourmöglichkeiten in Merida

Gleitschirmfliegen MeridaMit einer Höhe von 4.981 Metern ist der Pico Bolívar der höchste Berg Venezuelas. Zweithöchste Erhebung ist der Pico Humboldt, der mit 4.952 Metern nur unwesentlich kleiner ist. Die Besteigung beider Berge im Bundesstaat Merida ist äußerst anspruchsvoll und daher nicht für Anfänger geeignet. Ausgangspunkt der Touren ist eine kleine Gemeinde namens Los Nevados, die sich unmittelbar neben Mérida befindet. Auf Ausflügen durchqueren Besucher dichten Nebelwald, der in eine spärliche, fast steppenartige Vegetation übergeht. Übernachtet wird in einfachen Zelten, sodass die Teilnehmer der Flora und Fauna Venezuelas ganz nah sind. Die darauffolgenden Etappen führen zur Laguna Coromoto, die aus Gletscherwasser gespeist wird und herrliche Fotomotive bietet. Gewaltige Gesteinsmassen müssen fortan überquert werden, bis Trekkingfans die grün schimmernde Laguna Verde erreichen. Steigeisen sind meist notwendig, um die letzten, von Schnee bedeckten, Kilometer zu bewältigen und mit einem atemberaubenden Gipfelrundblick belohnt zu werden.